Bleiburg war einst eine Schi-Metropole

Schi und Schlitten der Marke „Schlossberg“ sind zur Zeit in Bleiburg ausgestellt. Vor Jahrzehnten waren sie in der Stadt gebaut worden.

Bleiburg hatte nach dem Krieg einen Schiproduzenten, der auf dem Weg war, ein ganz Großer zu werden“, berichtet Michael Jernej, der gemeinsam mit Karin Eberwein eine besondere Ausstellung gestaltet hat: In einem Schaufenster des Raika-Hauses in Bleiburg kann man derzeit Schimodelle und Schlitten der Marke „Schlossberg“ bewundern, die in Bleiburg erzeugt wurden.

Nun zu dem oben angesprochenen Schiproduzenten: Es handelt sich dabei um Ignaz Maček, der im Jahre 1906 in Wiederndorf geboren wurde. „Die historischen Stücke hat uns der Installateurmeister Guido Kalliwoda, ein Enkel von Maček, zur Verfügung gestellt“, berichtet Jernej. Das Interesse an der Ausstellung sei enorm, da sich viele Bleiburger noch an die Maček-Schlitten und -Schi erinnern können oder sogar noch solche Sportgeräte im Keller haben. „Die meisten Bleiburger haben damals auf diesen Schiern das Schifahren erlernt“, weiß Karin Eberwein zu berichten. Neben den massiven Holzschiern habe Maček auch Sprungschi produziert, die auf der so genannten Bleiburger Schanze am Libitsch zum Einsatz
gekommen sind.


„Zu Beginn der 1950er-Jahre erbaute Ignaz Maček seine Schifabrik in der Koschatstraße, dort, wo sich heute das Gasthaus Rösslwirt befindet. Gewohnt hat er dort im ersten Stock“, berichtet Eberwein. Seine Schi lieferte Maček in die gesamte Region und sogar nach Klagenfurt, in das damalige Sporthaus Glockner.

Historische Ausstellungen

Die Schi und Schlitten des Iganz Maček sind die dritte Ausstellung im Raika Haus zum Thema „Die Geschichte Bleiburgs“. „Die Bank will der Bevölkerung damit in Vergessenheit geratenes Kulturgut in Erinnerung rufen und gleichzeitig das leere Haus und die Kumeschgasse wieder beleben“, sagt Vizebürgermeister Michael Jernej,  Kulturreferent der Stadtgemeinde Bleiburg.

Bisherige Themen von Ausstellungen waren die Bauerei und alte Gasthäuser der Stadt, die nicht mehr existieren. Als nächstes Projekt wird hier eine Präsentation alten Brauchtums vorbereitet. Die Bevölkerung wird gebeten, vorhandene Bild- und Sachdokumente zur Verfügung zu stellen.

 

Austellung im Raika-Nebengebäude - Auslage Kumeschgasse

Karin Eberwein und Vize und Kulturreferent Michael Jernej
Fabrik von Ignaz Macek, Schlitten- und Schierproduktion
Nicht Atomic,  nicht Fischer, nicht Head - Macek kreierte ein eigenes Logo für die Schlossberg-Schier
DER VATER DER SCHLOSSBERG-SCHI

Maček verlieh dem Wappenstier Schier

Ing. Guido Kalliwoda trug eine Biografie seines Großvaters Ignaz Maček zusammen.

Ignaz Maček wurde am 19. August 1906 in Wiederndorf beim Maček, vulgo Irntisch, geboren. In der Zeit von 1920 bis 1924 erlernte er den Beruf des Wagner- und Karosseriebauers und beendete seine Lehre mit der Gesellen- und Meisterprüfung. „Um 1930 errichtete er beim Winkelhafner, einem Haus das heute der Familie Breznik gehört, eine kleine Werkstätte“, konnte Kalliwoda erkunden.

Durch den Verkauf eines Erbteiles war er im Jahre 1935 dann in der Lage, sich ein Haus in der Hüblerstraße zu kaufen, wo er die ersten Schlitten fertigte. „Als Karosseriebauer baute er auch einen Leichenwagen für die Gemeinde“, erzählt der Enkel des Schiproduzenten. Der Grundankauf und die Errichtung der Schiwerkstatt in der Koschatstraße, wo heute das Gasthaus Rösslwirt ist, erfolgten in den 1950er-Jahren. Hier begann die Schiproduktion, die auch auf Schichtenschier ausgeweitet wurde. „Für seine Sportgeräte entwickelte er sogar ein Markenzeichen“, weiß Kalliwoda zu berichten. Bei Schitagen der Hauptschule Bleiburg stellte er den Schülern Schier zur Verfügung. Wenn auf der damaligen Ludwig Herbst-Schanze am Libitsch ein Schispringen stattfand, konnten sich die Sieger immer über ein Paar Schichtenschi der Marke Schlossberg freuen.

Ignaz Maček war auch Innungsmeister der Wagner- und Karosseriebauer und unterrichtete an der Berufsschule Klagenfurt. Er verstarb am 25. Februar 1957. Mit seinem Tod endete auch die Schiproduktion, bei der bis zu 30 Leute Arbeit fanden.

 

Quelle: Kleine Zeitung Text, Bilder: ROSINA KATZ-LOGAR